Ein Angebot wirbt mit einem Sofortbonus oder einem Neukundenbonus.
Konditionen
Bonus und Preisgarantie im Stromtarif richtig einordnen
Wie ein Bonus die Jahressumme verschiebt und was eine Preisgarantie tatsächlich absichert.
Zuletzt geprüft: 14.08.2026 · Inhalte und Verlinkungen
Die Ausgangslage
Der beworbene Jahrespreis enthält Boni und Garantien, deren Bedingungen erst im Kleingedruckten stehen.
Typische Anlässe
Wann lohnt sich eine neue Prüfung?
Das erste Vertragsjahr endet und der Preis springt sichtbar.
Ein Tarif verspricht eine Preisgarantie über die gesamte Laufzeit.
Zwei Angebote unterscheiden sich fast nur in den Bonusbedingungen.
Einordnung
Für wen Bonus und Garantie den Ausschlag geben
Betrifft Sie
- Wer den beworbenen Jahrespreis auf das zweite Jahr umrechnen will
- Wer wissen möchte, worauf sich eine Preisgarantie bezieht
- Wer regelmäßig wechselt und Bonusbedingungen einhalten muss
Genauer hinsehen
- Eine Preisgarantie deckt meist nur die vom Lieferanten beeinflussbaren Bestandteile
- Boni sind an Bedingungen geknüpft, etwa an eine Mindestvertragsdauer
- Der Preis des zweiten Jahres steht selten im beworbenen Ergebnis
Checkliste
Das sollten Sie vorher bereithalten
Diese Angaben schaffen eine belastbare Grundlage für den späteren Vergleich.
- Art des Bonus: sofort ausgezahlt oder mit der Jahresabrechnung verrechnet
- Bedingungen des Bonus, insbesondere eine Mindestvertragsdauer
- Umfang der Preisgarantie: alle Bestandteile oder nur die beeinflussbaren
- Dauer der Preisgarantie im Verhältnis zur Vertragslaufzeit
- Jahressumme ohne Bonus als Maßstab für das zweite Jahr
Bedingungen
Was Bonus und Garantie tatsächlich zusagen
Beide Begriffe klingen nach Sicherheit und beschreiben Bedingungen. Was sie leisten, entscheidet sich an ihrem Umfang und ihrer Dauer — nicht am beworbenen Jahrespreis.
- Ein Sofortbonus wird kurz nach Lieferbeginn ausgezahlt, ein Neukundenbonus meist erst mit der ersten Jahresabrechnung verrechnet
- Beide sind an Bedingungen geknüpft; die häufigste ist ein ununterbrochenes Vertragsjahr
- Eine Preisgarantie muss mindestens für die Vertragslaufzeit gelten, um diesen Namen zu verdienen
- Eingeschränkte Preisgarantien nehmen Steuern, Abgaben, Umlagen und Netzentgelte aus — sie sichern nur den Anteil des Lieferanten
- Nach Ablauf des ersten Jahres gilt der reguläre Preis, sofern nichts anderes vereinbart ist
Typische Fehler
Diese Punkte nicht übersehen
- Der beworbene Jahrespreis gilt für das erste Jahr, nicht für das zweite
- Wer während des ersten Jahres wechselt, kann den Bonus verlieren
- Eine eingeschränkte Preisgarantie schützt nicht vor steigenden Netzentgelten oder Abgaben
- Eine automatische Verlängerung nach dem Bonusjahr kostet den nächsten Wechsel
Kurz beantwortet
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Sofortbonus und Neukundenbonus?
Der Sofortbonus wird üblicherweise kurz nach Lieferbeginn ausgezahlt, der Neukundenbonus erst mit der ersten Jahresabrechnung verrechnet. Beide sind an Bedingungen geknüpft; welche das sind, steht in den Tarifbedingungen und nicht im beworbenen Preis.
Was sichert eine Preisgarantie wirklich ab?
In der Regel nur die Preisbestandteile, die der Lieferant selbst beeinflusst. Steuern, Abgaben, Umlagen und Netzentgelte bleiben häufig ausgenommen. Eine Garantie kann deshalb bestehen und der Preis trotzdem steigen — entscheidend ist ihr Umfang.
Ist ein Tarif mit hohem Bonus die richtige Wahl?
Nur, wenn die Jahressumme auch ohne den Bonus tragbar ist. Der Bonus senkt das erste Jahr; danach zählt der reguläre Preis. Wer den Tarif nach dem ersten Jahr ohnehin wechselt, sollte Kündigungsfrist und Verlängerungsregel vorher kennen.
Verliere ich den Bonus, wenn ich vorzeitig wechsle?
Häufig ja. Die meisten Bonusbedingungen setzen ein ununterbrochenes Vertragsjahr voraus. Ein Wechsel davor kann den Anspruch entfallen lassen — auch dann, wenn der Bonus bereits ausgezahlt war und dann zurückgefordert wird.