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Kontowechsel

Girokonto wechseln: die Kontowechselhilfe richtig nutzen

Die gesetzliche Kontowechselhilfe: was die Banken übernehmen müssen und was trotzdem bei einem selbst bleibt.

Zuletzt geprüft: 14.08.2026 · Inhalte und Verlinkungen

Die Ausgangslage

Ein Kontowechsel scheitert selten an der Bank und fast immer an der Vorstellung, alle Zahlungspartner selbst umstellen zu müssen.

Typische Anlässe

Wann lohnt sich eine neue Prüfung?

01

Die Kontoführung wird kostenpflichtig oder teurer.

02

Ein Umzug macht die bisherige Bank vor Ort unbrauchbar.

03

Leistungen wie Karten oder Bargeldversorgung passen nicht mehr zum Alltag.

04

Ein Gehaltseingang soll auf ein anderes Konto laufen.

Einordnung

Für wen ein Kontowechsel jetzt in Frage kommt

Betrifft Sie

  • Wer ein bestehendes Konto durch ein anderes ersetzen will
  • Wer viele Daueraufträge und Lastschriften umzustellen hat
  • Wer den Aufwand des Wechsels bisher gescheut hat

Genauer hinsehen

  • Die Wechselhilfe erfasst wiederkehrende Zahlungen, nicht jede hinterlegte Verbindung
  • Onlinehändler, Abonnements und Vereine speichern die Kontoverbindung oft separat
  • Ein Dispo am alten Konto muss ausgeglichen sein, bevor es geschlossen wird

Checkliste

Das sollten Sie vorher bereithalten

Diese Angaben schaffen eine belastbare Grundlage für den späteren Vergleich.

  • Kontoauszüge der letzten Monate als Übersicht der Zahlungspartner
  • Liste der Daueraufträge und erteilten Lastschriftmandate
  • Wo der Gehalts- oder Rentenzugang gemeldet werden muss
  • Offener Saldo und eingeräumte Kontoüberziehung des alten Kontos
  • Gewünschter Termin für die Umstellung

Kontowechselhilfe

Was die Banken übernehmen müssen

Seit der Umsetzung der europäischen Zahlungskontenrichtlinie ist der Wechsel kein Entgegenkommen mehr, sondern eine Pflicht. Was darunter fällt, steht unten — und was nicht darunter fällt, gehört zum eigenen Teil der Arbeit.

  • Zahlungsdienstleister sind gesetzlich verpflichtet, beim Wechsel eines Zahlungskontos zu helfen
  • Die Ermächtigung dazu wird schriftlich erteilt; das Formular stellen die beteiligten Banken bereit
  • Die bisherige Bank übermittelt die Liste der wiederkehrenden Zahlungen und Lastschriftmandate innerhalb einer gesetzlichen Frist
  • Die neue Bank richtet Daueraufträge ein und informiert die genannten Zahlungspartner über die neue Verbindung
  • Für die gesetzliche Wechselhilfe darf kein Entgelt verlangt werden

Typische Fehler

Diese Punkte nicht übersehen

  • Das alte Konto nicht sofort schließen: Nachzügler laufen oft noch Wochen ein
  • Kontoverbindungen bei Onlinediensten und Abonnements selbst ändern
  • Ein Dauerauftrag für die Miete gehört als Erstes geprüft
  • Vor der Schließung den Saldo ausgleichen, sonst bleibt das Konto offen

Ablauf

So läuft der Vergleich ab

  1. 01

    Neues Konto eröffnen

    Erst wenn das neue Konto besteht, kann die Wechselhilfe beauftragt werden. Die Reihenfolge lässt sich nicht umdrehen.

  2. 02

    Wechselhilfe schriftlich beauftragen

    Mit der Ermächtigung holt die neue Bank die Daten der bisherigen ein und übernimmt die Umstellung der wiederkehrenden Zahlungen.

  3. 03

    Eigene Verbindungen nachziehen

    Arbeitgeber, Onlinedienste und Abonnements speichern die Verbindung häufig selbst. Diese Stellen bleiben eigene Aufgabe.

  4. 04

    Altes Konto beobachten und dann schließen

    Einige Wochen parallel führen, Eingänge prüfen, Saldo ausgleichen — erst danach schließen.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Ist die Kontowechselhilfe kostenlos?

Ja. Für die gesetzlich vorgesehene Wechselhilfe darf keine Bank ein Entgelt berechnen. Kosten können nur für das neue Konto selbst anfallen, nicht für den Vorgang des Wechsels.

Was übernimmt die Bank und was nicht?

Übernommen werden die wiederkehrenden Zahlungen: Daueraufträge, Lastschriftmandate und die Information der genannten Zahlungspartner. Nicht übernommen werden Verbindungen, die anderswo hinterlegt sind — etwa bei Onlinehändlern, in Kundenkonten oder in Abonnements.

Wie lange dauert der Wechsel?

Das Gesetz gibt den beteiligten Banken feste Fristen für die einzelnen Schritte vor; die bisherige Bank muss die Datenliste innerhalb weniger Geschäftstage liefern. In der Praxis vergehen bis zur vollständigen Umstellung dennoch einige Wochen, weil Zahlungspartner ihrerseits Zeit brauchen.

Kann ich beide Konten eine Zeit lang parallel führen?

Das ist sogar der empfohlene Weg. Wer das alte Konto einige Wochen offen lässt, fängt vergessene Lastschriften und Eingänge ab. Vor der Schließung sollte der Saldo ausgeglichen und eine eingeräumte Überziehung zurückgeführt sein.

Im Zusammenhang

Wozu diese Entscheidung gehört

Welche Konten, Policen und Verträge gehören auf den Prüfstand — und in welcher Reihenfolge?