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Überziehung

Dispokredit verstehen: eingeräumte und geduldete Überziehung

Wie die eingeräumte Überziehung abgerechnet wird und wo die geduldete Überziehung teurer wird.

Zuletzt geprüft: 14.08.2026 · Inhalte und Verlinkungen

Die Ausgangslage

Das Konto lässt sich überziehen, und wie teuer das ist, zeigt sich erst auf der Abrechnung im Quartal.

Typische Anlässe

Wann lohnt sich eine neue Prüfung?

01

Das Konto steht am Monatsende regelmäßig im Minus.

02

Ein größerer Betrag ist kurzfristig fällig.

03

Die Höhe der eingeräumten Überziehung soll angepasst werden.

04

Die Zinsabrechnung auf dem Kontoauszug fällt auf.

Einordnung

Für wen der Dispo eine Entscheidung ist

Betrifft Sie

  • Wer den Dispo kurzfristig als Puffer nutzt
  • Wer feststellt, dass das Konto dauerhaft im Minus steht
  • Wer die eingeräumte Höhe anpassen möchte

Genauer hinsehen

  • Die geduldete Überziehung über den eingeräumten Rahmen hinaus wird häufig anders abgerechnet
  • Ein Dispo ist kein Kredit mit Tilgungsplan — er wird nicht von selbst zurückgeführt
  • Ein hoher eingeräumter Rahmen erhöht die Versuchung, nicht die Sicherheit

Checkliste

Das sollten Sie vorher bereithalten

Diese Angaben schaffen eine belastbare Grundlage für den späteren Vergleich.

  • Höhe der eingeräumten Kontoüberziehung
  • Aktueller Sollzinssatz laut Preisaushang oder Kontoauszug
  • Zahl der Tage, an denen das Konto zuletzt im Minus stand
  • Ob und wie oft der eingeräumte Rahmen überschritten wurde
  • Ob eine dauerhafte Inanspruchnahme vorliegt

Mechanik

Wie die Überziehung abgerechnet wird

Der Dispo ist bequem, weil er nichts verlangt: keinen Antrag, keinen Plan, keine Rückzahlung zu einem Termin. Genau daraus entsteht das Problem, das die folgenden Punkte beschreiben.

  • Die eingeräumte Kontoüberziehung ist ein vereinbarter Rahmen, den man nutzen kann, aber nicht muss
  • Zinsen fallen nur auf den tatsächlich in Anspruch genommenen Betrag und nur für die Tage der Nutzung an
  • Wird der eingeräumte Rahmen überschritten, spricht man von geduldeter Überziehung; sie ist häufig teurer und kann jederzeit zurückgefordert werden
  • Banken informieren über den geltenden Sollzinssatz; er ist veränderlich und steht im Preisaushang
  • Bei dauerhafter Nutzung ist ein Ratenkredit mit festem Tilgungsplan in der Regel die günstigere Form

Typische Fehler

Diese Punkte nicht übersehen

  • Wer den Rahmen dauerhaft ausschöpft, zahlt dauerhaft den höchsten Zinssatz am Konto
  • Die geduldete Überziehung ist keine Erweiterung des Rahmens, sondern eine Duldung
  • Der Sollzinssatz ist veränderlich und wird nicht einzeln angekündigt wie ein Preis
  • Vor der Schließung eines Kontos muss die Überziehung zurückgeführt sein

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Was kostet ein Dispokredit?

Er kostet den vereinbarten Sollzins auf den tatsächlich genutzten Betrag, gerechnet für die Tage der Nutzung. Die Höhe unterscheidet sich zwischen Banken erheblich und ist veränderlich; maßgeblich ist der Preisaushang der kontoführenden Bank, nicht ein allgemeiner Marktwert.

Was ist der Unterschied zur geduldeten Überziehung?

Die eingeräumte Überziehung ist vereinbart. Die geduldete Überziehung entsteht, wenn darüber hinaus verfügt wird — ohne Vereinbarung, oft zu einem höheren Satz und jederzeit rückforderbar. Sie ist kein zusätzlicher Rahmen, sondern eine Duldung im Einzelfall.

Sollte ich meinen Dispo lieber niedriger ansetzen?

Ein niedrigerer Rahmen senkt nicht den Zinssatz, aber die Wahrscheinlichkeit, dauerhaft hineinzurutschen. Wer den Dispo als Puffer für unvorhergesehene Fälle versteht, braucht ihn nicht in Höhe mehrerer Monatseinkommen.

Wann lohnt sich ein Ratenkredit statt des Dispos?

Sobald die Überziehung dauerhaft wird. Ein Ratenkredit hat einen festen Zinssatz, einen Tilgungsplan und ein Enddatum — der Dispo hat keines davon. Der entscheidende Vorteil ist nicht allein der Zinssatz, sondern dass die Schuld planmäßig verschwindet.

Im Zusammenhang

Wozu diese Entscheidung gehört

Welche Konten, Policen und Verträge gehören auf den Prüfstand — und in welcher Reihenfolge?